REpower 5M: Baubeginn für erstmalige Offshore-Installation in der schottischen Nordsee

  • Besuch von EU-Kommissar Piebalgs
  • REpower-CEO Vahrenholt: Offshore-Ausbau in Deutschland noch zu langsam


Hamburg/Nigg: Die erstmalige Installation von REpower 5M-Windkraftanlagen offshore – also auf dem Meer – im Rahmen des Projekts „Beatrice“ steht kurz bevor. Sämtliche Komponenten für die zwei 5-Megawatt-Turbinen sind an ihrem Bestimmungsort, dem schottischen Hafen Nigg, angekommen, darunter die in Bremerhaven gefertigten 5M-Maschinenhäuser, die mit 61,5 Metern längsten Rotorblätter der Welt sowie die Turmsegmente. Die Errichtung direkt an der Kaikante ist in vollem Gange: Heute wird die erste Gondel hochgezogen und auf den Turm gesetzt werden.


Nach ihrer Errichtung sollen die Windenergieanlagen (mit je 900 t Gesamtgewicht) Anfang August 25 Kilometer auf das offene Meer geschleppt werden, um dort in 44 Meter Wassertiefe mit Hilfe eines Schwimmkrans auf spezielle, unter Wasser verankerte Jacketstrukturen montiert zu werden. Eine Premiere nicht nur für REpower, sondern auch für die Offshore-Windenergie allgemein: Noch nie zuvor wurden Anlagen in derartig tiefem Wasser aufgestellt, und auch das Installationsverfahren selbst ist neuartig.

Die beiden Offshoreturbinen werden im Rahmen des größten europäischen Forschungs- und Entwicklungsprogramms „DOWNVinD“ (Distant Offshore Windfarms with No Visual Impact in Deep Water) in der Nähe einer Plattform im Beatrice-Ölfeld der Firma Talisman Energy (UK) installiert. Dabei werden sie an die bereits bestehende Kabelanbindung, welche die Plattform bisher mit Strom versorgt hat, angeschlossen. REpower ist exklusiver Anlagenlieferant.

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung zum Beatrice-Projekt in Nigg besuchten nun u.a. EU-Energiekommissar Andris Piebalgs, der stellvertretende schottische Ministerpräsident Nicol Stephen, der REpower-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Fritz Vahrenholt und Talisman-CEO Dr. Jim Buckee die Plattform, um sich vom künftigen Offshore-Standort der 5M ein Bild zu machen. Anschließend wurden die Komponenten im Hafen von Nigg besichtigt.

EU-Kommissar Piebalgs zeigte sich dabei beeindruckt von der modernen Technologie der 5M-Turbinen und betonte: „Europa muss den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter vorantreiben, um die Kyoto-Ziele – vorrangig die Begrenzung der CO2-Emissionen – zu erreichen und der Abhängigkeit von Energieimporten sowie dem fortschreitenden Klimawandel begegnen zu können.“ Er machte deutlich: „In den Meeresanrainerstaaten muss die Netzanbindung der Offshore-Windparks sichergestellt werden.“

REpower-CEO Prof. Vahrenholt forderte in Nigg erneut mehr Unterstützung durch die deutsche Politik: „Es ist ebenso symptomatisch wie bedauerlich, dass unsere Offshore-Anlagen in Schottland erprobt werden müssen, da in Deutschland die Rahmenbedingungen für derartige Investitionen völlig unzureichend sind. Die Politik befürwortet den Ausbau der Erneuerbaren Energien und ausdrücklich auch der Offshore-Windenergie; hier wird jedoch wertvolle Zeit vertan, weil die Investitionsfrage nicht geklärt ist.“

Die REpower Systems AG hatte bereits vor Jahren mit der Entwicklung einer leistungsstarken 5-Megawatt-Anlage begonnen, welche die Wettbewerbsfähigkeit der Offshore-Windenergie vorantreiben soll. Ein Prototyp läuft seit 2004 in Brunsbüttel und kann 4.500 Dreipersonenhaushalte mit Strom versorgen.