REpower erhält erstes Einheitenzertifikat für MM-Baureihe

Hamburg: Die REpower Systems AG (WKN 617703) hat für ihr Anlagenportfolio das erste Einheitenzertifikat für Neuanlagen vom Germanischen Lloyd erhalten. Das Zertifikat ist somit das erste überhaupt, das für eine Windenergieanlage (Erzeugungseinheit) mit doppelt gespeistem Generatorsystem ausgestellt wurde. Es bestätigt erneut, dass das vom Unternehmen eingesetzte technische System den hohen Netzanforderungen in Deutschland entspricht.

Die für die Zertifizierung notwendigen Vermessungen wurden an einer REpower MM82 mit 2,05 Megawatt Nennleistung im Windpark Dollerup bei Flensburg durchgeführt. Dr. Uwe Jönck, Germanischer Lloyd (GL), Abteilung Maschinenbau und Sicherheitstechnik, übergab das Zertifikat gestern an REpower-Entwicklungs­leiter Peter Quell, in Anwesenheit von Thomas Jensen und Hans Heinrich Paulsen, den Geschäftsführern des Bürgerwindparks. „Das Einheitenzertifikat für die Windenergieanlage REpower MM82 ist eines der ersten, das von uns nach der neuen Rechtsverordnung SDLWindV ausgestellt wurde“, sagt Dr. Jönck.

Um die Zertifizierung zu erhalten, mussten Simulationsmodelle für das Verhalten der Windenergieanlage am Netz weiterentwickelt und dann durch umfangreiche Tests im realen Betrieb validiert werden. Matthias Schubert, Technologievorstand (CTO) der REpower Systems AG, betont, wie wichtig das Einheitenzertifikat für das Deutschland-Geschäft des Unternehmens sei: „Mit diesem Zertifikat belegen wir, auch gegenüber unseren Kunden, unsere Leistungsfähigkeit in Sachen Netzkonformität. Unsere Anlagen stabilisieren das Netz sogar bei kritischen Störungen. Dieser Nachweis ist natürlich für unser Deutschland-Geschäft sehr wichtig – aber auch für unsere Aktivitäten auf den internationalen Märkten, wo beispielsweise in Australien oder Großbritannien ähnlich anspruchsvolle Anforderungen gelten.“ Er fährt fort: „Wir sind stolz, dass unsere Netztechnologie sowie die dazugehörigen Simulationsmodelle sich in der Praxis bewährt haben und nun auch von unabhängiger Stelle bestätigt wurden – und natürlich freuen wir uns, dass wir als einer der ersten Hersteller die Zertifizierung erhalten haben.“

Der Technologievorstand hebt hervor, wie wichtig die gute Zusammenarbeit mit den Betreibern sei, um auch zukünftig Teststandorte in Schleswig-Holstein – nahe des REpower TechCenters – zu erhalten. Betreiber des Windparks Dollerup, der aus zwei REpower MM82-Windenergieanlagen mit je 59 Metern Nabenhöhe und Converteam-Umrichter besteht, sind die Dolleruper Bürgerwindpark GmbH & Co. KG und die Jensen & Falke, Windpark Dollerup GmbH & Co.KG.

Das Einheitenzertifikat wird benötigt für neue Erzeugungsanlagen im Sinne des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und der im vergangenen Jahr in Kraft getretenen Systemdienstleistungsverordnung (SDLWindV). Beide legen weitreichende technische und betriebliche Anforderungen für Windenergieanlagen fest. Mit dem Einheitenzertifikat wird belegt, dass der in Dollerup eingesetzte Anlagentyp die Kriterien der SDLWindV bezüglich der Erzeugungseinheit erfüllt. Schubert: „Gleichzeitig begleiten wir Pilotprojekte, um die Nachweisführung auch für die notwendigen Sachverständigengutachten zu unterstützen. Es ist uns wichtig, offene Fragen rechtzeitig zu klären und den Kunden mit der Nachweisführung auch auf der Ebene des Windparks nicht alleine zu lassen.“

Bereits in den kommenden Wochen erwartet REpower weitere Einheitenzertifikate für die MM-Baureihe. Für neue Erzeugungseinheiten der Baureihe 3.XM, bei der demnächst die Prototypenvermessung durchgeführt wird, sollen Einheitenzertifikate spätestens im vierten Quartal 2010 vorliegen. Bis Ende Januar 2011 können Windenergieanlagen dieser Baureihe aufgrund der Prototypenregelung auch ohne vorliegendes Einheitenzertifikat und Sachverständigengutachten ans Netz gehen.