REpower-Vorstandsvorsitzender fordert klare Unterstützung für Offshore-Ausbau durch deutsche Politik Eröffnung der „Copenhagen Offshore Wind“-Konferenz

Hamburg/Kopenhagen: Der REpower-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Fritz Vahrenholt stellte in seinem Beitrag bei einer Podiumsdiskussion auf der heute beginnenden „Copenhagen Offshore Wind“ (bis 28. Oktober) Forderungen an Politik und Wirtschaft, damit der Offshore-Ausbau der Windenergie auch in Deutschland vorangetrieben werden kann. Unter anderem sollten die Kosten für die Kabelanbindung der Offshore-Windparks an das Festland - wie bei anderen Kraftwerken auch - von den Energieversorgern selbst übernommen werden. Auch müsste eine kommende große Koalition die Bedingungen für den deutschen Offshore-Ausbau verbessern.

In Anwesenheit von geladenen Gästen, darunter der stellvertretende dänische Premierminister Bendt Bendtsen und Kronprinz Frederik von Dänemark, machte Vahrenholt deutlich, dass der Ausbau der Offshore-Windenergie eine Chance sei, die nicht verspielt werden dürfte. „Es hat einige Jahre gedauert von der Entwicklung bis zur Inbetriebnahme unseres Offshore-Prototyps an Land, der REpower 5M. Seither hat sie bereits weit über sieben Millionen Kilowattstunden Leistung zuverlässig erzeugt. Wir sind bereit für den Offshore-Einsatz, um schnellstmöglich Windstrom zu wettbewerbsfähigen Preisen produzieren zu können. Das Potenzial allein in Deutschland beträgt 30.000 Megawatt; Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Dabei forderte Vahrenholt Unterstützung seitens der Energieversorgungsunternehmen ein: „Die umweltpolitisch gewollte Entfernung von 40 bis 50 Kilometern zur Küste verteuert die Netzanbindung. In Deutschland plädiere ich dafür, dass die Energieversorger generell diese Kosten übernehmen, was wiederum die Einspei-sungstarife um bis zu 30 Prozent senken kann. Diese Kosten dürfen nicht zu Lasten der Investoren gehen. Die Netzanbindung zu sämtlichen Kohle-, Gas- und Kernkraftwerken werden ja auch von den Stromversorgern getragen und auf die Durchleitungsentgelte umgelegt. Es darf hier keine Schlechterstellung der Windenergie geben.“

Vahrenholt kritisierte zudem, dass insbesondere in Deutschland der notwendige Offshore-Ausbau durch teils langwierige Genehmigungsverfahren für die Kabeltrassen immer noch zu langsam vorankäme. „Noch steht keine einzige Windkraftanla-ge in deutschen Gewässern. Eine große Koalition muss hier verbesserte Bedingun-gen schaffen, denn die Windenergie ist der einzige Energieträger, der mit sinkenden Kosten rechnen kann, CO2-frei ist und uns zugleich unabhängiger von Energieimporten macht. Ich wünsche mir, dass die Energieversorger diese Forderung an die Politik mittragen - auch und gerade, da sie sich an Offshore-Windparks beteiligen.“

REpower geht mit zwei 5M-Anlagen erstmals im Sommer nächsten Jahres im Ausland zu Wasser: In 44 Meter Wassertiefe, im schottischen Moray Firth, entsteht ein Wind-Testfeld in dem Ölfeld „Beatrice“. Auch an Land will REpower seine 5M mit weiteren Teststandorten „seetüchtig“ machen. In heimischen Gewässern werden 12 Anlagen voraussichtlich 2007 ans Netz gehen: REpower liefert als Mitglied der kürzlich gegründeten deutschen Offshore-Stiftung, in der Verbände und großen Energieversorger oder das Bundesumweltministerium und Vertreter der deutschen Küsten-Bundesländer vereinigt sind, vier 5M für ein genehmigtes Testfeld vor der Nordseeinsel Borkum.